Es bleibt weiterhin spannend um die deutschen Kunden der Kaupthing Bank. Die Bundesregierung hat sich zwar eingeschaltet, verhandelt aber anders als England und die Niederlande mit Island.
Ein neues Kapitel rund um die Kunden der Kaupthing Bank hat begonnen. Die Bundesregierung steht im Dialog mit dem isländischen Finanzministerium um die 308 Millionen Euro der deutsche Kaupthing Kunden. Erste Informationen lassen jedoch nichts Gutes für die Sparer erahnen, denn bis die Kunden der deutschen Kaupthing-Tochter ihr Geld wieder bekommen, können einige Monate vergehen.
Wie bekannt wurde, haben die Regierungen in Großbritannien und der Niederlande dem Staat Island Kredite bewilligt, damit im Gegenzug deren Kaupthing-Kunden ihr Geld zurückbezahlt bekommen. Vor diesem Schritt schreckt aber offenbar die Bundesregierung zurück, denn sie möchte kein weiteres Geld ausgeben. Die Rettungspakete im eigenen Land für die Banken reißen schon ein zu großes Loch in die Finanzierung des Haushaltes für die nächsten Jahre.
„Wir setzen uns dafür ein, dass die deutschen Sparer gemäß ihren Ansprüchen gegenüber dem isländischen Einlagensicherungssystem entschädigt werden“, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums (BMF), so meldete Focus Online. So können die Kaupthing Kunden schon einmal sicher sein, dass die Verhandlungen auf der obersten Ebene stattfinden, zwischen den beiden Finanzministerien. Jedoch bisher ohne eine genaue Lösung für das Problem.
So wie Focus Online berichtet sind von der isländischen Regierung einige Staatsgarantien von Deutschland gefordert worden um im Gegenzug den deutschen Kaupthing Kunden das eingezahlte Geld bis zu der Höhe des isländischen Einlagensicherungsfonds (20.887,- Euro) auszubezahlen. Die Verhandlungen können sich somit noch eine zeitlang hinziehen.
Bekannt ist das der isländische Einlagensicherungsfonds über ein Volumen von 100 Millionen Euro verfügt. Allein daraus lassen sich nicht alle Forderungen der Kunden der verstaatlichten Banken (wie die Kaupthing-Bank) bedienen. Um diese zu erfüllen muss Island neue Kredite aufnehmen. Die stellt eines der großen Probleme des hoch verschuldeten Landes dar. Daher können bis zu endgültigen Lösung einige Monate verstreichen.
Auch sind keine weiteren detaillierten Informationen über den möglicherweise geplanten Fortbestand der Kaupthing Bank veröffentlicht worden. Auch diese Entscheidung könnte sich noch einige Monate hinziehen.
Verbraucherzentrale rät aktiv zu werden
In der Zwischenzeit melden sich immer mehr Verbraucherzentralen, wie auch die aus Hessen zu Wort und empfehlen den Kaupthing Kunden aktiv zu werden. Dazu sollten sie unter der Internetadresse www.tryggingarsjodur.is/payments ein Formular herunterzuladen, dieses auszufüllen, abzusenden und damit Ansprüche auf das eigene Geld anzumelden.
Eine Hilfe eines Anwalts zum Ausfüllen dieses Formulares sein nicht erforderlich.
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Schlagworte: Kaupthing
Ich verstehe nicht, warum immer wieder dazu geraten wird, den Antrag auf Entschädigung auszufüllen. Die isländische Finanzaufsicht hat bis zum 30.10.2008 Zeit zur evtl. Feststellung des Entschädigungsfalles. Davor ist keine Anspruchsgrundlage gegeben. Ich dachte, die Verbraucherschützen wüssten Bescheid?!
@Betroffen
Ganz einfach: Sobald die isländische Finanzaufsicht ggf. den Entschädigungsfall feststellt, beginnt ein “Windhundrennen” um die Konkursmasse. Kennen Sie das isländische Insolvenzrecht? Nein, und ich auch nicht. Aber nach dem bewährten Grundsatz “Vorbeugen ist besser als auf die Füße kotzen” gilt: Die 70 Cent für den Brief nach Island sind vermutilch besser angelegtes Geld als die durchschnittlich 10.000 Euro auf dem Kaupthing-Konto es waren.
Anträge, auf Entschädigung, die schon jetzt und damit vor Feststellung einer Insolvenz der Kaupthing Bank beim isländischen Entschädigungsfonds eingehen, werden möglicherweise nicht berücksichtigt, sollte der Insolvenzfall später eintreten, weil zum Zeitpunkt der Antragstellung die Anspruchsvoraussetzungen nicht gegeben waren. Dann geht der betroffene Sparer am Ende leer aus. Wieso sollte es ein “Windhundrennen” geben? Das Ganze läuft nicht nach dem Motto “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”. Auch die Bafin rät dazu, zunächst die Feststellung der Insolvenz von Kaupthing abzuwarten.